3. Apothekenterror

Der Greis stand, über seinem Rollator gebeugt, vor dem Tresen, der ihn fast um einen Kopf überragte.

Es war voll in der Apotheke. Wo ich stand, konnte ich den Kopf des Alten kaum sehen.

Die Apothekerin, die seine Bestellung aufgenommen hatte, kehrte mit mehreren großen Paketen zurück und übergab sie dem Alten.

Er schaffte es, sie in den Korb seines Rollators einzupassen.

»Leider muss ich eines der Medikamente für Sie bestellen«, teilte sie ihm mit.

Er nickte nur.

Die Reihe schob nach vorne. Neben dem Alten wurde der nächste Kunde bedient.

»Das macht dann siebenhundertsechsundachtzig Euro und achtundvierzig Cent.«

Sie hatte laut gesprochen, damit der Alte sie verstand.

Er reagierte nicht.

Die Person vor mir scherte aus der Reihe aus und stellte sich an den nächsten am Tresen frei gewordenen Platz.

Ich stand da wie betäubt.

Die Apothekerin wiederholte den Betrag, etwas lauter.

Der Rollator bewegte sich vor und zurück, als der Alte nickte.

»Brauchen Sie eine Kopie des Rezeptes?«

Der Rollator bewegte sich seitwärts hin und her.

Keine Kopie.

Stille.

Dann murmelte er etwas, das sich nach »Anzahlung« anhörte.

Die Apothekerin schüttelte den Kopf. »Das ist nicht nötig.«

Immerhin.

Ich sah ihm nach, als er schleppend die Apotheke verließ.

Wollte mich umdrehen, fliehen.

Zu spät.

»Womit kann ich Ihnen helfen?«