Der Gedanke, dass ich nicht genial bin, stoppt mich nicht, Dinge zu tun, worin andere Menschen Genialität errungen haben.

Wie kommt ein Architekt dazu, eine Karriere als Autor zu starten? Ganz einfach: Er fängt an, Geschichten zu schreiben!

 

 

 

 Ich erspare euch an dieser Stelle eine zwar spannende, aber dennoch zu lange Biografie. Nur so viel:

Es war Zeit für was Neues.

 

... und ein neuer Beruf

 

Obwohl ich während der Schulzeit immer einen Horror vor Aufsätzen hatte, fing ich Ende der neunziger Jahren an, meine Bauerlebnisse als Krimis zu verfassen. Aus den Notizen wurde Fiktion, es entstanden mehrere Geschichten, die aus Zeitmangel leider im Keim erstickten.

Kurz vor Weihnachten 2007 besuchte ich Koblenz und das Deutsche Eck mit dem monströsen Reiterstandbild des Kaiser Wilhelms. Dieses Denkmal, das ehemalige Deutschherrenhaus und die Basilika St. Kastor  inspirierten mich zu einem Thriller, der Ende des dreizehnten Jahrhunderts mit der Erstürmung der Stadt Akkon in Palästina seinen Anfang nimmt. 

Mit diesem Projekt im Kopf beschloss ich an meinem sechzigsten Geburtstag, den Architektenberuf an den Nagel zu hängen und mich fortan dem »richtigen« Schreiben zu widmen.

Ich hatte mit der deutschen Sprache ja noch was gut zu machen ... 

 

Schriftsteller!

 

Kurz bevor ich 2012 – nach mehr als 800 Seiten meines Erstlingswerks "Die Confluentes Verschwörung" an der ich seit Beginn 2008 arbeitete – an einem Internet-Workshop über Exposé-Erstellung teilnahm, stellte ich fest, dass sich in meinem Buchprojekt zwei konkurrierende Themen bekämpften. Da auch die Figuren im ersten Teil, der im Mittelalter spielt, ständig bei mir anklopften, weil sie sich in einer eigenen Geschichte verewigen wollten, gab ich ihrem Wunsch nach – man will ja  seine Ruhe haben –, schuf aus dem Thriller eine Trilogie mit dem Namen Confluentes undgab Teil Eins den Titel GENESIS.

 

Eine Trilogie und ein "Plot" für zwischendurch

 

Und dann kam ich ins Straucheln. Dem Rat einer weisen Kollegin folgend, fing ich ein neues Projekt an, für das ich im Jahr davor bereits eine Idee entwickelt hatte.

Diese Geschichte mit dem Titel "DER PLOT" entstand eines Nachts im November des Jahres 2011. Ich dachte darüber nach, wie es wäre, wenn das, was ich schreibe, zeitgleich ›da draußen‹ geschieht. Der Anfang einer Fantasy-Geschichte? Mein Gefühl sagte mir, dass eine »wahre« Geschichte spannender sein könnte. Ich knipste das Licht an, nahm mein Notizheft und schrieb ein erstes Kapitel über einen Schriftsteller, der gezwungen wird, einen Thriller zu schreiben, dessen Morde fast zeitgleich im wahren Leben geschehen.

Mein Debüt-Thriller »DER PLOT«, Buch Eins bis Drei der Confluentes-Trilogie, GENESIS, VERMÄCHTNIS, VERSCHWÖRUNG, sind inzwischen erschienen. Neben der Trilogie warten noch eine Menge Geschichten in der digitalen Schublade. Mir wird also nicht langweilig.

Ich hoffe, meinen Lesern ebenso wenig.

 

Warum schreibe ich eigentlich?

 

Dazu stelle ich Euch drei Fragen und beantworte sie gleich selbst: 

 

Die erste: Warum spiele ich Klavier? Warum tanze ich gerne Tango Argentino?

Mein Tangolehrer sagt: »Erzähl mir eine Geschichte.«

Das sagen mir aber auch Chopin, Debussy und Bach!

 

Die zweite: Warum habe ich als Architekt gerne Fabriken gebaut?

Die Strukturierung von Funktionen und ihre kreative bauliche Umsetzung mittels Technik haben mich immer inspiriert und herausgefordert.

Das Gleiche gilt fürs Schreiben: Strukturierung einer Geschichte und die kreative Umsetzung mit Wörtern.

 

Die dritte: Warum restauriere ich gerne alte Autos und alte Klaviere? Warum habe ich lange Zeit alte Fachwerkhäuser wieder instand gesetzt?

Aus Liebe zur Vergangenheit, zum Historischen, zum Zeitlosen, zum Ewig-Beständigen. Deshalb schreibe ich auch gerne historische Romane.

 

Schließlich schreibe ich, weil ich Euch viel zu erzählen habe. 

 

Perfektion, Genialität und Leidenschaft

 

Ich bin ein Perfektionist. Bei allem was ich tue, werde ich getrieben von einem Streben nach Perfektion. Man sieht es leider nicht immer.

Nach Genialität kann der Mensch nicht streben. Sie ist einfach da, oder auch nicht. Wird er jetzt ein wenig überheblich? Keine Angst! Beurteilen können das sowieso nur andere. Ich kann nicht sagen, dass ich genial bin. Meine Frau behauptet es ab und an, aber ich nehme das nicht so ernst. Sie liebt mich eben.

Doch soviel steht fest: Der Gedanke, dass ich nicht genial bin, stoppt mich nicht, Dinge zu tun, worin andere Menschen Genialität errungen haben.

Solange mich die Leidenschaft dazu treibt! Bei allem, was ich leidenschaftlich tue, will ich besser werden. Wenn ich aufhöre, in einer Sache besser werden zu wollen, hört für mich die Leidenschaft für die Sache auf.

 

Das ist in Ordnung, finde ich.

 


und was macht er sonst noch so?

 

 

über Globetrotter und den langen Weg zum Scheunenglück.

 

Unsere Eltern waren Globetrotter. Meine Frau ist Tochter eines Flugkapitäns, mein Vater war süchtig nach Fernost. Für uns hieß das: ständiger Wohnort und Schulwechsel. Diese Tradition setzte ich während meiner sechsjährigen Studienzeit fort: Dreizehnmal wechselte ich in Zürich die Bleibe. Nach dem Umzug nach Deutschland 1972 wurde es weniger: Studentenheim in Frankfurt am Main, zur Miete in Kronberg und Hofheim-Marxheim, wo ich mich 1978 selbstständig machte. Vier Jahre später war es dann soweit: Wir fanden eine uns bis dahin unbekannte,  was die Liebe für alte Häuser betrifft gleichgesinnte Familie, saßen zwei Wochen später vor dem Notar und wohnen seitdem mit Pferden, Katzen, Mäusen, ab und zu einem überwinternden Igel in einer eigenhändig von uns umgebauten Fachwerkscheune in einem 300-Seelendorf unweit Wiesbaden.

 

Das Glück der Erde ...

 

Zum Reiten bin ich gekommen, wie die Jungfrau zum Kind. Das erste Mal in Holland, als meine damalige Freundin plötzlich zu Pferd auf dem Ferienhaus-Grundstück meiner Eltern erschien, wo ich gerade dabei war, mein Segelboot für die kommende Regattasaison fertig zu machen. Ich hatte mehr Angst, dass ihr Gaul mein Boot zertrampeln würde, als umgekehrt. 

Das zweite Mal in Zürich, wo ich mich im Konkurrenzkampf mit einem Nebenbuhler beweisen musste. Er war ein guter Reiter, was meiner Freundin gefiel, also musste ich wohl oder übel aufs Pferd. Es hat nicht viel genützt, sie heiratete einen Dritten – keinen Reiter.

Schließlich meine Indianerin, die mit ihren drei Schwestern ein Rassepferd besaß. Wieder musste ich zeigen, dass ich ein Reitmeister war, was die Edelstute aber nicht wahrnahm. Sie ritt mit mir eine halbe Bahn und hielt brav in der Mitte des Reitplatzes, wie es sich gehört. Das wiederholte sich drei Mal, dann fand ich, dass ich genug meines Könnens gezeigt hatte und stieg ab.

Reiten war bis dahin nicht so meine Sache.

Bis ... die Stute gedeckt wurde und wir ein Stutfohlen bekamen. Da änderte sich mein (Pferde-)Leben.

Ich wurde Reiter.

 

Und Kleinbauer. Wir haben drei Hektar Weide gepachtet und ernten unser Heu selbst. In den Anfangsjahren mähte ich mit dem Balkenmähwerk, wendete, schwaderte, presste, gabelte und fuhr die Heuballen ein. Alles mit meinem alten Zweizylinder Porsche Diesel. Später kam ein stärkerer Dreizylinder Güldner  dazu – immer noch Oldtimer, versteht sich –, gemäht wurde jetzt mit einem Kreiselmähwerk. Schließlich überließen wir die Heuarbeit dem örtlichen Landwirt. Wir gabeln keine achthundert Niederdruckballen mehr, sondern laden die Rundballen mit dem Frontlader und fahren sie auf dem Anhänger nach Hause.

 

Tango, Oldtimer und Ambigramme

 

Neben dem Reiten tanze ich. Früher Standard (Walzer, Quickstepp und Slowfox) und Latein (Cha-cha-cha, Rumba, Samba Salsa und Paso Doble), heute tanze ich leidenschaftlich Tango Argentino (eine Idee für einen Tangothriller liegt bereits vor). Ich liebe Schach (ein selbst erfundenes Schachrätsel ist der Schlüssel im letzten Teil der Confluentes-Trilogie), fahre leider nicht mehr Ski und segle auch keine Regatten mehr.

 

Aber ich restauriere alte englische Sportwagen und deutsche Traktoren, spiele Klavier und bringe meinen Flügel und mein Tafelklavier – beide um 1878 gebaut – auf Vordermann. Ein Psychothriller um ein Tafelklavier befindet sich in der Planung. Und ich entwerfe ab und zu – inspiriert durch Dan Browns »Illuminati«  – Ambigramme.

  

Das war es - vorerst!

Danke, dass Ihr meine Geschichte gelesen habt!

 

Und ... für die, die noch nicht genug haben: Es gibt noch Kurzgeschichten für Kurzentschlossenen!